Der midifizierte Vocoder ist wohl mein anspruchsvollstes
Projekt.
So ein Gerät ist zwar vom Effekt her spektakulär,
stellt aber den Selbstbauer vor ungeahnte Probleme.
Die ICs müssen zum Teil identische Werte aufweisen,
so dass mehr Bauteile eingekauft werden müssen, als man
eigentlich braucht.
70 Regler im Gerät wollen justiert sein, was ohne größeren
Messgerätepark gar nicht machbar ist.
Von den Problemen der MIDI-Datenreduktion will ich hier gar
nicht reden; bei den ersten Versuchen stieg mein Sequencer mit
MIDI-Overflow einfach aus...
Trotz aller Unbilden ist aus dem Vorhaben ein gut klingendes
Gerät geworden, das auf jeder Bühne Aufsehen erregt.
Technische Daten:
10 Kanäle mit Kanalregler
und Zuordnungsmatrix
modulierbarer Bereich: 150 -
5.600 Hz
Voiced / Unvoiced-Erkennung mit
Umschaltung auf AGC-geregeltes Rauschen
10-fach LED Peakanzeige für
Träger / Modulator
Ausgangsmischer für Vocoder
/ Träger / Modulator
High Frequency Bypass zur Verbesserung
der Verständlichkeit
Umschaltung per Fußtaster
mit wahlweisem Bypass für den Träger
Vollständige Bedienung per
MIDI Control Change / Program Change (für Sequencer-Betrieb)
Eine sehr ausführliche Abhandlung findet ihr im Vocoder-Special.
Außerdem werden viele Einstelltips beschrieben.
Vocoder im Vergleich - Technische
Daten
Die Liste der technischen
Daten enthält (hoffentlich ;-) ) alle bekannten Vocoder
sowie ein paar weniger bekannte.
Hier seht Ihr übersichtlich, was die Geräte leisten.
Probleme mit Rückkopplung
Bedingt durch seine hohe Kanalempfindlichkeit (ein Muss für
eine gute Sprachverständlichkeit) neigt ein Vocoder im Live-Betrieb
zu Rückkopplungen.
Dieses Problem lässt sich durch einen kleinen Trick
mindern:
2 identische Mikrofone werden möglichst nah aneinander
montiert (z.B. mit Klebeband zusammenkleben), wobei ein Mikrofon
verpolt in Reihe an das zweite angeschlossen ist.
Durch diese Maßnahme werden entfernte Geräusche
durch Phasenauslöschung besser unterdrückt.
Der Vocoder wird durch das Besprechen eines der beiden Mikrofone
moduliert.
Eine weitere Verbesserung kann durch den Einsatz eines Noisegates
erreicht werden.
Schlechte Sprachverständlichkeit
/ Nebengeräusche
Die Qualität des Vocoders hängt entscheidend von
der Qualität des verwendeten Mikrofons sowie des Trägersignals
ab.
Gute Ergebnisse erzielt man mit einem ungefilterten Sägezahn
(2 leicht gegeneinander verstimmte VCO/DCO oder Chorus).
Für den Kawai K5000 sind 2 Sounds
zum Download verfügbar.
Das Mikrofonsignal sollte folgende Stationen durchlaufen
bevor es in den Vocoder gelangt:
1. Noisegate (Minimierung der Nebengeräusche)
2. Kompressor (gleichmäßige Aussteuerung der Analysekanäle)
3. Equalizer (gleichmäßige Ansteuerung der Analysekanäle)
Anhaltspunkte:
Die tiefen Frequenzen (unter 100Hz) sollten ausgefiltert
werden, da sie nicht der Verständlichkeit dienen.
Die Frequenzen um 1-2kHz sollten angehoben werden, da sie
für das "Singen" des Vocoders maßgeblich
sind.