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Dunbar P3

Stoffels

Erfahrungen mit dem Dudelsack

Der schottische Hochland Dudelsack (Great Highland Bagpipe) ist ein Instrument das ich hörte - und ihm bis heute völlig verfallen bin.
 
Das erste Hörerlebnis hatte ich 1981 mit einer Schallplatte auf der Amazing Grace mit Blasorchester als Begleitung zu hören war.
Seither habe ich mich mit dem Wunsch getragen einmal selbst dieses Instrument spielen zu können.
2002 habe ich mir diesen Wunsch erfüllt und ich muss sagen: Wahnsinnig schwierig und wahnsinnig schön!
 
Hier möchte ich meine ersten Schritte auf dem Dudelsack veröffentlichen. Vielleicht ist das ja für den einen oder anderen Anfänger eine kleine Hilfestellung.
 
Ich muss noch hinzufügen, dass ich das Instument ausschließlich autodidaktisch erlernen musste, da der nächste ernstzunehmende Lehrer 180 km entfernt wohnt.
 
Angefangen hat alles mit dem Kauf eines Deger Chanters (ein elektronischer Dudelsack, siehe gesonderte Seite), eines Practice Chanters (PC), und dem MacEges Lehrbuch für den schottischen Dudelsack von Amazon.
Deger Pipes Electronic Chanter
Practice Chanter MacEges Lehrbuch
 
Ein Practice Chanter ist eine Übungspfeife zum Erlernen der Griffe, Melodien und Stärkung der Lippenmuskulatur.
Der Deger Chanter führt zwar sofort zu Ergebnissen, ist aber nicht ganz billig.
Ein Jahr lang (man rechnet mit ca. 1 - 1,5 Jahren bis zum Übergang auf den Dudelsack) habe ich fleißig fast jeden Tag eine dreiviertel Stunde Griffe, Melodien und Verzierungen geübt.
 
In Absprache mit Reinhold Ege von MacEges habe ich mir dann einen Dudelsack aus Kunststoff mit einigen Extras für Anfänger bestellt.
Nach 7 Wochen (ein Dudelsack wird nur auf Bestellung gefertigt!) kam dann das gute Stück - und da fingen dann die Probleme an:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Deger Chanter ist ein sogenannter Practice Chanter (Übungspfeife) zum erlernen der Griffe eines Dudelsacks.
Da er mit Batterien, Berührungssensoren und internen Wavetables arbeitet, kann man dank des Kopfhöreranschlusses auch mitten in der Nacht oder am Strand spielen.
Die Audioqualität der Waves ist hervorragend und das integrierte Metronom sehr hilfreich.
Durch die in der Lautstärke regelbaren Drones (Bass- und Tenorpfeifen) wird der Chanter (für 360 €) für den angehenden Piper zum vollwertigen elektronischen Ersatz für einen recht teuren (ab ca. 1.000 €) richtigen Dudelsack.
 
Bevor ihr jetzt aber gleich losrennt und so einen Chanter bestellt eine Warnung:
 
Die Griffweisen des Dudelsacks sind teilweise recht kompliziert und deshalb erfordert das Spiel des Chanters eine Unmenge an Übung!
 
Wer aber hierzu bereit ist, kann mit dem Deger Chanter viel Spaß haben.
Ich hatte die Belegenheit, den Chanter über eine riesige PA (6000 Watt) zu spielen: WOW!!
 
Technische Daten:
 
Berührungssensoren mit authentischer Griffweise (erweiterte Noten über MIDI möglich)
interner Wavetable Great Highland Pipe (reine Stimmung - über MIDI mittels Pitch Bend)
interner Wavetable Small Pipe (temperierte Stimmung)
Lautstärke gesamt und Drones einzeln regelbar
Kopfhöreranschluss
MIDI-Anschluss (1: Chanter, 2: Tenor, 3: Bass)
eingebautes Metronom
Batteriebetrieb mit 9V Block
in großem Bereich transponierbar
deutscher Hersteller (Deger Pipes)
Adapter für Normklinke und MIDI
 
Bei Deger steht eine detailierte Bedienungsanleitung zum Download bereit.
 
Ein paar kleine Mängel möchte ich hier nicht verschweigen:
Wenn der Chanter an einen Verstärker angeschlossen wird, produziert er einen enormen Einschaltknacks und neigt im ausgeschalteten Zustand zum Brummen. Der Einsatz eines Noisegates mit großer Attackzeit ist also bei PA-Betrieb unbedingt angesagt.
 
Der Chanter gibt einige Noten auch bei unkorrekter Griffweise richtig (also eigentlich falsch!) wieder, so dass eine ständige Kontrolle der korrekten Griffweise nötig ist.
 
Auch muss bei sehr trockenen Fingern eventuell mit etwas Feuchtigkeitscreme nachgeholfen werden, damit die Sensoren ansprechen.