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 Roland D50

Roland D50

Tipps & Tricks

Der D50 ist immer noch ein phantastischer Allround-Synthesizer, den ich auf der Bühne wie im Studio nicht missen möchte.
Der Druck des Sounds ist mit nur wenigen anderen Geräten vergleichbar, und über die typischen Roland-Streicher und -Bläser brauche ich wohl nicht viel zu erzählen.
 
Neupreis bei Markteinführung: 2040 € (gebraucht ca. 360 €)
 
Auf dieser Seite findet ihr ein paar Kniffe, die das Leben mit dem D50 noch etwas leichter machen.
 
 
TubeOhm Vintage - D50 Emulation als VSTi Plugin
Effekttypen des Reverb
Effekttypen des Chorus
SysEx-Probleme (One Way - Handshake)
Batteriewechsel und Batterietypen
Initialisierung nach Batteriewechsel oder Systemcrash
Ersatz der 220V-Buchse durch Kaltgerätebuchse
Reinigung der Tastaturkontakte
Der D50 / D550 klingt im Sägezahn nicht wie ein echter Analogsynth
 
  
TubeOhm Vintage - D50 Emulation als VSTi Plugin
Endlich gibt es mit dem TubeOhm Vintage einen angemessenen Ersatz als VSTi Plugin!
 
TubeOhm Vintage
Laut TubeOhm ist das Plugin zwar ausdrücklich kein D50 Clone, aber der Sound und die Möglichkeiten des Schraubens lassen schon ein sehr
vertrautes Gefühl aufkommen. Die Samples wurden von TubeOhm mit viel Liebe zum Detail selbst erstellt.
Die Kurzdaten laut Hersteller:
Ich will hier nicht überreden, sondern informieren - deshalb die Nachteile gegenüber dem D50 zuerst:
 
- Die Oszillatoren liefern nicht die Möglichkeiten des Originalsägezahns, speziell die PWM-Sägezähne. Das muss aber nicht sonderlich negativ auffallen.
- Die Filter haben nicht die Rechenfehler des Originals, klingen also etwas steriler.
- Die EQs sind nicht identisch zum Original.
- Der Reverb hat nicht die LoFi-Qualität des Originals.
- Der Sample-Vorrat des TubeOhm entspricht (aus dem oben geschilderten Grund) nicht dem Original.
 
Wer also einen hundertprozentigen Ersatz zum D50 möchte, sollte sich einen zweiten D50 zulegen.
 
Wem allerdings ein Plugin reicht, das recht nah dran ist, bezahlbar ist und wirklich viel Spass macht (weil es einfach rund und irgendwie "organisch" klingt),
der ist mit dem TubeOhm Vintage wirklich gut bedient.
Ich habe mir jedenfalls den Vintage gekauft und habe es bis heute nicht bereut.
  
Effekttypen des Reverb
Der D50 verfügt über 32 Reverbprogramme. Davon sind die ersten 16 Presets und die restlichen 16 Userprogramme.
Diese können über MIDI SysEx oder von einer RAM-/ROM-Card geladen werden.
Insgesamt existieren für den Synthesizer 80 verschiedene Userprogramme. Die entsprechenden Bänke und Auflistungen sind auf einer gesonderten Seite verfügbar.
Hier die Auflistung der Presets:
 

1

 Small Hall

2

 Medium Hall

3

 Large Hall

4

 Chapel

5

 Box

6

 Small Metal Room

7

 Small Room

8

 Medium Room
9  Medium Large Room
10  Large Room
11  Single Delay (100ms)
12  Cross Delay (160ms)
13  Cross Delay (200ms)
14  Cross Delay (132-264ms)
15  Short Gate
16  Long Gate
  
Effekttypen des Chorus
Bei der deutschen Bedienungsanleitung ist die Tabelle mit den Effekttypen des Chorus nicht übernommen worden.
Hier der Nachtrag:
 

1

 Chorus 1

2

 Chorus 2

3

 Flanger 1

4

 Flanger 2

5

 Feedback Chorus

6

 Tremolo

7

 Chorus Tremolo

8

 Dimension
  
SysEx-Probleme (One Way - Handshake)
Leider ist der D50 bei der SysEx-Kommunikation sehr wackelig auf den Beinen.
Es kann schon mal (auch ohne einen Grund) zu einem "Midi Communication Error" kommen.
Eventuell ist die Bank trotzdem komplett empfangen worden:
Zur Überprüfung am D50 nach dem SysEx Dump eine Patch-Taste drücken (und nicht EXIT).
 
Wenn's immer noch klemmt, hilft eventuell einer der folgenden Punkte:
 
  
Batteriewechsel und Batterietypen
Nach ca. 5 Jahren (2 Jahre bei der RAM-Card) wird beim D50 und dem Zubehör ein Batteriewechsel fällig.
Ersatzbatterien kann man günstig u.a. bei Reichelt Elektronik bestellen.
 
Gerät Batterietyp
D50 / D550 1x CR2032
Musitronics Expansion 1x CR2450
RAM Card 1x CR2016
 
Natürlich müssen die Patches vorher gesichert werden.
 
Der Batteriewechsel beim D50 im Detail:
Zuerst alle (!) Kabel vom Synthesizer entfernen. 220V Netzspannung sind tödlich!!!
Und: Falls ihr euch den Wechsel nicht zutraut, geht zu einem Fachgeschäft. Der Wechsel kostet nicht viel und ist im Ernstfall billiger als ein neuer D50. ;-)
 
Den D50 mit dem Boden nach oben auf eine weiche Unterlage legen (dicker Schaumstoff o.ä.). Der Bender sollte dabei nirgendwo aufliegen, da er recht leicht abbricht!
Als nächstes sämtliche Schrauben der Bodenplatte entfernen und die Platte abheben.
An der Rückwandseite in der Nähe der Klinkenbuchsen befindet sich auf der großen Hauptplatine die Batteriehalterung.
Die Batterie jetzt mit einem kleinen Schraubendreher vorsichtig aus der Fassung hebeln und durch eine neue ersetzen.
Anschließend alles wieder zuschrauben (Technikertipp: Nach fest kommt ab!) und man hat wieder für 5 Jahre Ruhe.
 
Der D50 / D550 sollte nach einem Batteriewechsel wie im folgenden Tipp initialisiert werden:
  
Initialisierung nach Batteriewechsel oder Systemcrash
Beim D50 während des Einschaltens die Tasten 0 und DATA TRANSFER gedrückt halten.
Beim D550 während des Einschaltens die Tasten BANK 2, NUMBER 6 und ENTER gedrückt halten.
  
Ersatz der 220V-Buchse durch Kaltgerätebuchse. UMBAU AUF EIGENE GEFAHR!!!
AchtungAn der Buchse sind im Betrieb 220V Netzspannung. Falls Ihr nicht genau wisst, wie man damit umgeht, geht zu einem Fachmann!
Spannungen in dieser Höhe sind tödlich!!!

Wer einen D50 besitzt kennt das Problem: Der 220V-Anschluss hat einen schwer zu erhaltenden Stecker. Und was ist, wenn man bei einem Gig das Kabel zuhause vergessen hat oder man hat es dabei und es ist defekt?

Die Abmaße der Original-Buchse entsprechen jedoch genau der einer normalen Kaltgerätebuchse, so dass nach dem beschriebenen Umbau jedes x-beliebige Kaltgerätekabel (kostet nur ein paar Euro) verwendet werden kann.
 
Zuerst wird beim D50 die Bodenplatte abgeschraubt. Anschließend werden die Kabel an der 220V-Buchse abgelötet und die Buchse gewechselt. Nach dem verlöten der Kabel sollten aus Sicherheitsgründen die Lötstellen mit Schrumpfschlauch überschrumpft (Isolation!) werden. Bodenplatte wieder verschrauben und fertig!

Die Kaltgerätebuchse gibt es in jedem Elektronikladen
oder für 0,50 € bei Reichelt Elektronik unter der Bestellnummer KES 1.
  
Reinigung der Tastaturkontakte
Nach einiger Zeit können beim D50 durch veschmutzte Kontakte einige Töne gar nicht oder nur noch in voller Lautstärke kommen. Der Grund sind kleine Schmutzteilchen, die sich in die Gummitaster unter der Tastatur legen.
Wer sich zutraut, seinen Synthesizer bis in die Grundmauern zu zerlegen, kann diesen Fehler selbst beheben.
Hierzu wird erst die Hauptplatine und dann die Tastatur ausgebaut. Anschließend wird nach Ausbau der Tasten die Kontaktplatine abgeschraubt. Die Gummiflächen werden abgenommen (Reihenfolge merken!) und von innen mit einem Glasfaserstift (Rostradierer fürs Auto) vorsichtig gereinigt, bis die schwarzen Flächen matt aussehen. Auch die schwarzen Kontaktflächen auf der Platine werden auf diese Art gereinigt. Alle gereinigten Teile sorgfaltig mit einem Pinsel von Schmutzresten befreien (sonst kann man wieder von vorne anfangen!) und alles wieder zusammenbauen.
  
Der D50 (und auch neuere Roland Synthesizer) klingt im Sägezahn nicht wie ein echter Analogsynth.
SägezahnDer Grund ist einfach, aber nur zu erkennen, wenn man ein Oszilloskop an den D50 anschließt:
Der Sägezahn ist kein Sägezahn sondern ein in der Mitte umgeklappter Sinus!
 
 
PartialTatsächlich multiplizieren die Rolands ein Rechteck mit einem Sinus, um den Filter (wahrscheinlich aus
Gründen der Einsparung von Rechenzeit) nur mit dem Rechteck zu berechnen.
Als Nebeneffekt kann der Sägezahn in der Pulsbreite geregelt werden (technisch durch Variation des Rechtecks).
Ist die Pulsbreite anders als 50%, taucht plötzlich eine Suboktave auf, die anders nicht erklärbar wäre.
Durch den Trick, nachträglich mit dem Sinus zu multiplizieren, verschmiert aber leider auch das Spektrum, genauer gesagt, die Filterkurve. So wird der beim Rechteck noch schön scharfe Tiefpass beim Sägezahn ziemlich weich.
(Danke an Jens Groh für den technischen Hintergrund)