Dieses außergewöhnliche Gerät ist der einzige
momentan erhältliche (ernst zu nehmende) elektronische Dudelsack.
Der Deger Chanter ist ein sogenannter Practice Chanter (Übungspfeife)
zum erlernen der Griffe eines Dudelsacks.
Da er mit Batterien, Berührungssensoren und internen
Wavetables arbeitet, kann man dank des Kopfhöreranschlusses
auch mitten in der Nacht oder am Strand spielen.
Die Audioqualität der Waves ist hervorragend und das
integrierte Metronom sehr hilfreich.
Durch die in der Lautstärke regelbaren Drones (Bass-
und Tenorpfeifen) wird der Chanter (für 360 €) für
den angehenden Piper zum vollwertigen elektronischen Ersatz für
einen recht teuren (ab ca. 1.000 €) richtigen Dudelsack.
Bevor ihr jetzt aber gleich losrennt und so einen Chanter
bestellt eine Warnung:
Die Griffweisen des Dudelsacks sind teilweise recht kompliziert
und deshalb erfordert das Spiel des Chanters eine Unmenge an
Übung!
Wer aber hierzu bereit ist, kann mit dem Deger Chanter viel
Spaß haben.
Ich hatte die Gelegenheit, den Chanter über eine riesige
PA (6000 Watt) zu spielen: WOW!!
Technische Daten:
Berührungssensoren mit authentischer
Griffweise (erweiterte Noten über MIDI möglich)
interner Wavetable Great Highland
Pipe (reine Stimmung - über MIDI mittels Pitch Bend)
interner Wavetable Small Pipe
(temperierte Stimmung)
Bei Deger steht eine
detailierte Bedienungsanleitung zum Download bereit.
Ein paar kleine Mängel möchte ich hier nicht verschweigen:
Wenn der Chanter an einen Verstärker angeschlossen wird,
kann er einen enormen Einschaltknacks produzieren, und er neigt
im ausgeschalteten Zustand zum Brummen.
Von anderen Besitzern habe ich erfahren, dass diese Symptome
nicht mit jeder Verstärkeranlage auftreten, aber wenn dem
PA-Betreiber seine Hochtöner für mehrere hundert Euro
abrauchen ist der Ärger groß.
Der Einsatz eines Noisegates mit großer Attackzeit ist
also bei PA-Betrieb unbedingt angesagt.
Der Chanter gibt einige Noten auch bei unkorrekter Griffweise
richtig (also eigentlich falsch!) wieder, so dass eine ständige
Kontrolle der korrekten Griffweise nötig ist.
Auch muss bei sehr trockenen Fingern eventuell mit etwas
Feuchtigkeitscreme nachgeholfen werden, damit die Sensoren ansprechen.